Museum des 20. Jahrhunderts
extension of Mies van der Rohe's National Gallery

2015
Berlin, Germany
'In seinen tausend Honigwaben speichert der Raum verdichtete Zeit.'
Gaston Bachelard, La poétique de l’espace, 1957

In Anlehnung an Gaston Bachelard’s Poetik des Raums verstehen wir das Museum als ‚Haus‘, das aus Schichten und Geschichten besteht – vom Keller bis zum Dachboden.
Das Bild des Hauses ist in der kollektiven Erinnerung verankert. Doch nicht allein unsere Erinnerungen, auch unsere ‚Vergessenheiten’ sind im Haus einquartiert desgleichen im Museum des 20. Jahrhunderts. Es gilt, diese Erinnerungen und ‚Vergessenheiten’ zu erschließen.
So gliedern wir das Museum in übereinander geschichteten und ineinandergreifenden Räumen.

Im Dach – ‚Speicher’ der Erinnerung – befinden sich die eigentlichen Sammlungen, in einem Raumgefüge, das aus kleinen und großen aneinandergereihten Kammern besteht und vom Besucher durchschritten werden kann. Während der eine die Sammlung Marx betritt, trifft der andere ganz zufällig auf Joseph Beuys’ DAS KAPITAL RAUM 1970-1977. Das starre Gerippe des Balkenwerks vermittelt Ruhe, vielleicht Muße, und regt zur inneren Besinnung an – Kraft der Langsamkeit des Raums.

Im Gegensatz dazu, das Erdgeschoss, – eine Art Schwelle oder Nahtstelle zwischen Innen und Außen. Hier findet das öffentliche Leben statt, in einem offenen Raum, der sich dem Leben der Stadt anzunehmen hat, ein dem kollektiven Austausch gewidmeten Gesellschaftsraum, sei es zum Verweilen, um einfach mit anderen Menschen zusammen zu sein, oder für kommunikatives und partizipatives Handeln – Kraft der politischen Funktion des öffentlichen Raums.

Der Keller bildet den ‚archäologischen’ Untergrund auf dem das Haus errichtet worden ist. Hier trifft man auf die Spuren der Zeit, auf die kulturellen Fundamente und Archive vergangener Zeiten. Unter der eigentlichen Stadt betritt der Besucher ‚geheimnisvolle’ Räume, die über sichtbare und verborgene Treppen erschlossen werden. An diesem Ort kommt das Licht stets von oben.
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Marc Angélil (PV), Matej Draslar, Sarah Graham, Manuel Scholl

End : 2015 Class : Architecture Class : Public Priority : 02